Spieletest:New Super Mario Bros. Wii

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Spieletest

Datei:New super mario bros wii cover wii.jpg

Infos
Version Nintendo Wii
Wertung
91 %
Datei:Gold.png
Autor TIMBALANDFAN
Publisher  Nintendo
Entwickler  Nintendo

Was macht eigentlich ein Spiel mit Nintendo-Maskottchen Mario aus und den Klempner damit zu einem der beliebtesten Charaktere der Videospielgeschichte? Ist es etwa der Schnauzbart oder die kleine runde Bierbauch, den Mario vor sich her trägt? Wohl kaum. Oder ist es vielleicht sein Beruf? Schwer vorstellbar. Nein, das Geheimnis liegt vermutlich viel tiefer, denn Spiele mit Mario sind immer etwas ganz Besonderes. Sei es nun die knallige Farbgebung, die liebevoll gestalteten Charaktere, die tolle Spielbarkeit oder die unendliche Ideenvielfalt in jedem einzelnen Titel: Mario ist sich stets treu geblieben. Den Anfang nahm diese Erfolgsgeschichte in den 80er-Jahren als 2D-Spiel. Und genau beim Stichwort »2D« setzt Nintendo mit New Super Mario Bros. Wii an.

Inhaltsverzeichnis

Böse Geburtstagsüberraschung

Es hätte alles so schön sein können: Prinzessin Peach hat zur großen Geburtstagsparty ins Schloss geladen. Mario, Luigi und ein paar Toad-Pilze sind der Einladung gefolgt und freuen sich auf ein rauschendes Fest. Doch das partywillige Grüppchen hat die Rechnung ohne Oberbösewicht Bowser und seine Koopa-Kollegen gemacht. Als die überdimensionale Geburtstagstorte ins Schloss gebracht wird, entspringt dieser nämlich nicht etwa eine Überraschung, sondern eben erwähnte Böse-Buben-Bande. Die erweist sich mal wieder als fiese Party-Crash-Truppe. Sie entführen Prinzessin Peach in einem Luftschiff und lassen Mario, Luigi und die Toads zurück. Doch der Schrecken währt nur kurz, denn natürlich entschließt sich Mario, die Prinzessin zu erretten.

Leveldesign zum Verlieben

Die Hintergrundgeschichte klingt natürlich vertraut, um nicht zu sagen altbacken. Und tatsächlich ist New Super Mario Bros. Wii in nahezu jeder Hinsicht extrem traditionell. Genau genommen ist das »New« im Titel sogar falsch, da sich beim Spielprinzip im Vergleich zu bisherigen 2D-Marios praktisch nichts geändert hat. Die meiste Zeit seid ihr wie in den guten alten Zeiten von links nach rechts oder von unten nach oben unterwegs. Glücklicherweise ist dieses Spielprinzip aber immer noch genial, denn die Designer haben sich einiges einfallen lassen, um die Hüpferei erfrischend zu machen, was hauptsächlich am Leveldesign liegt. Das Spiel ist in insgesamt acht Welten und knapp 80 Unterlevels aufgeteilt. Ihr betretet auf einer Karte nach und nach die einzelnen Abschnitte und schaltet neue Wege frei, wenn ihr Levels beendet. Das ganze erinnert sehr stark an das legendäre Super Mario World auf dem Super Nintendo. Abwechslung wird bei den Welt-Szenarien groß geschrieben man merkt förmlich, wie sich die Designer hier ausgetobt haben. Den Anfang macht eine klassisch grüne Mario-Welt mit den bekannten Röhren. Danach führt euch der Weg durch eine Wüstenwelt mit Sandfontänen und riesigen Sandwürmern. Später warten dann noch eine Eiswelt, eine karibische Umgebung, ein mystischer Wald und vieles mehr auf den kleinen Klempner. Die einzelnen Levels setzen diesem Abwechslungsreichtum noch die Krone auf. Knifflige Sprungpassagen wechseln sich mit genialen Design- und Levelideen stetig ab. So kämpft ihr euch zum Beispiel an Gittern über brodelnde Lava, weicht aggressiven Fischschwärmen aus oder versucht hoch über den Wolken, fahrende Plattformen zu erwischen. Jede Welt hat zudem eine Zwischen- und eine Endgegnerfestung zu bieten. Und obwohl gerade Mario-Fans viele dieser Elemente bekannt vorkommen dürften, hat man selten das Gefühl, genau das gleiche Spielerlebnis schon einmal gehabt zu haben. Ein Spaziergang sind die acht Welten allerdings keinesfalls - auch erfahrene Hüpfspieler werden an manchen Stellen zu knabbern haben. Gut, dass Nintendo eine praktische Hilfefunktion eingebaut hat - für Verzweifelte eine echte Unterstützung.

Gewohnte Steuerung

Die Welten- warten also darauf, erkundet zu werden. Doch wie funktioniert das Ganze? Ihr haltet die Wiimote waagerecht - der Nunchuk-Zusatz findet bei New Super Mario Bros. Wii keine Verwendung. Es gibt eine Taste zum schneller laufen und eine zum Springen. Das war es auch schon. So simpel, so Mario. Dennoch hat es Nintendo nicht versäumt, auch einige Wii-spezifische Steuerungselemente einzubauen. So gibt es zum Beispiel Bereiche im Spiel, in denen ihr bestimmte Plattformen bewegen müsst, um weiterzukommen. Es ist aber kein Hebel oder ähnliches in der Nähe. Was also tun? Simpel aber genial: die Wiimote kippen! Neigt ihr das Gerät nach links, fahren die Plattformen in diese Richtung, ein Schwenk nach rechts bewirkt das gleiche auf der anderen Seite. Doch die Wiimote-Spielereien beschränken sich nicht nur auf dieses Beispiel. An anderer Stelle steuert ihr den Scheinwerfer auf einem Floß, um dunkle Bereiche zu erhellen und Schätze aus der Dunkelheit zu schälen. Oder ihr neigt einen Stahlträger so, dass Mario daran hoch laufen und Münzen einsammeln kann. Diese Stellen kommen zwar eher selten vor, dennoch sind die Ideen sinnvoll und vor allem auch funktional umgesetzt worden. Insgesamt hat man den Klempner die meiste Zeit recht gut unter Kontrolle. Nur manchmal kann es zu etwas Frust wegen unverschuldeter Tode kommen, wenn man einen Sprung nicht millimetergenau platziert hat. Und gerade in den Unterwasserlevels ist die Steuerung etwas träge. Das mag zwar gewollt sein, führt aber auch zum ein oder anderen Ableben. Hier hätte eine leichte Überarbeitung gut getan. Trotzdem spielt sich New Super Mario Bros. Wii. insgesamt so grandios wie die berühmten 2D-Vorbilder.

Items!

Mario zeigt sich wie schon in älteren Spielen der Reihe auch in New Super Mario Bros. Wii als wahres Multitalent. Sammelt ihr eine Feuerpflanze ein, schlüpft der Schnauzbartträger in ein rotes Kostüm und räumt die Gegner mit Feuerbällen aus dem Weg. Die Eisblume dagegen verleiht euch die Fähigkeit, Feinde in einen klirrenden Eisblock einzuschließen. Und auch komplett neue Verwandlungen sind an Bord: Mit dem Propellerhelm schraubt sich Mario in luftige Höhen - dafür schüttelt ihr die Wiimote für einen kurzen Moment. Und dank des neuen Pinguinoutfits schwimmt Mario wie ein Fisch im Wasser, hat besseren Halt auf Eisflächen und kann zudem einen coolen Bauchrutscher ausführen. Die Items sind aber nicht nur zum Spaß da, sondern erleichtern euch das Vorankommen in den einzelnen Abschnitten teilweise erheblich. Mit den Extras ist es außerdem möglich, versteckte Bereiche in den Levels zu erreichen und neue Wege auf den Oberwelten zu öffnen - haltet also immer Ausschau nach den nützlichen Extras. Pilzkopf Toad und seine Freunde spielen beim Ergattern der Items übrigens eine nicht unwesentliche Rolle. Überall auf den Oberwelten warten die niedlichen Zwerge in ihren Häusern auf euren Besuch. In einem Memory-artigen Minispiel deckt ihr dort dann möglichst viele Item-Pärchen auf, ohne dabei Bowser-Karten zu erwischen. Außerdem könnt ihr dort auch Extraleben gewinnen. Die ergatterten Items setzt ihr jederzeit in der Oberwelt ein. Einfach kurz auf die »1«-Taste gedrückt und eine Übersicht verrät, welche Extras noch zur Verfügung stehen.

Mehrspieler

Richtig lustig wird es, wenn ihr drei weitere Wiimotes und Freunde zur Hand habt. New Super Mario Bros. Wii ist nämlich das erste Klempner-Spiel, in dem ihr das Einzelspieler-Abenteuer auch mit bis zu vier Leuten bestreiten könnt. Besonders praktisch: Die anderen Spieler haben die Möglichkeit, sich jederzeit ins Spiel einzuklinken. Auf der Oberwelt stellt ihr einfach die Spielerzahl ein und schon kann es losgehen. Im Spiel ergeben sich dann völlig neue Möglichkeiten: Beispielsweise könnt ihr mithilfe anderer Charaktere höher springen (einfach auf den Kopf hopsen) oder euch über Abgründe werfen lassen. Alternativ zum Hauptspiel könnt ihr zu mehreren auch frei in den Levels umherstreifen und Abzweigungen und versteckte Bereiche erkunden. Oder ihr ermittelt im Modus »Münzjagd«, wer in einem Durchgang die meisten Münzen sammeln kann. Dabei wird das Spielgeschehen gerade mit vier Spielern äußerst chaotisch und ab und zu verliert man schon mal die Orientierung, wenn besonders viel auf dem Bildschirm los ist. Den Spielspaß schmälert das aber im nicht im Geringsten. Schade ist allerdings, dass Nintendo jegliche Onlineanbindung vernachlässigt - ein Vergleich der Münzrekorde mit anderen Spielern in Ranglisten wäre ein netter Anreiz gewesen.

Technik

Technisch bewegt sich New Super Mario Bros. Wii auf ansprechendem Niveau. Sicherlich dürft ihr bei einem 2D-Titel keine allzu große Erwartungen haben, einige sehr schöne Effekte wie die Wolken oder das überarbeitete Wasser gibt es dennoch. Was New Super Mario Bros. Wii jedoch auszeichnet, ist der unfehlbare Stil. Man fühlt sich in den Welten sofort zu Hause, da alles unfassbar lebendig und liebevoll gestaltet ist. Mit dabei sind auch die typischen Mario-Soundeffekte. Die wecken zwar einerseits nostalgische Gefühle, können aber auf der anderen Seite aber keine neuen Akzente setzen. Alles dudelt irgendwie vor sich hin, gleiches gilt für die Musik. Die erkennt man zwar direkt, dennoch wiederholen sich manche Themen ziemlich oft. Den durch und durch positiven Gesamteindruck trübt das aber nur minimal. Mit New Super Mario Bros Wii ist es wie mit einem alten Freund, den man nach vielen Jahren wieder trifft. Man ist sich sofort sympathisch und schätzt das Gegenüber immer noch, weil einen sehr viel verbindet. Und obwohl man über die Jahre viel Neues kennen gelernt hat, bleibt die Anziehung bestehen. Und genau dieses sympathische Gefühl macht auch den neuesten Mario-Teil zu einem ganz besonderen Spiel.

Die Hilfefunktion

Wer achtmal in einem Level stirbt, greift einfach auf die neue Hilfefunktion zurück. Beim neunten Durchgang springt ihr einfach gegen den grünen Block am Anfang und in einem Film zeigt euch Luigi dann, wie ihr das Level meistern könnt - allerdings ohne Münzen und Extras einzusammeln. Sehr cool: Ihr könnt jederzeit an einer beliebigen Stelle einsteigen und den Rest dann selbst zu Ende spielen.

Fazit

Mario in Perfektion. Genau wie dieses Meisterwerk muss ein 2D-Hüpfer aussehen. Ein Pflichtkauf für Wii-Spieler!

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