Spieletest:Indiana Jones und der Stab der Könige (Wii)
Aus Gamerpedia
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| Wertung | ![]() 60 % |
| Autor | TIMBALANDFAN |
Der Mann mit dem Hut kehrt zurück! Und ich wünschte mir, er hätte es nicht getan: Indiana Jones und der Stab der Könige ist das lang erwartete Action-Adventure, das ursprünglich für alle erhältlichen Konsolen erscheinen sollte. Mittlerweile wurde die Fassungen für die großen Kisten (PlayStation 3 und Xbox 360) gestrichen, einzig die Version für Wii ist neben den Handheld-Umsetzungen übrig geblieben.
Bitte nicht, Indy!
Das Spiel orientiert sich an den filmischen Vorbildern: Auf der Jagd nach dem Stab der Könige bekommt es Indy mit Nazis und anderen Bösewichten auf der ganzen Welt zu tun, es liegt an euch, den sympathischen Schlapphutträger heil aus allen Gefahren zu leiten. Und da wären einige: Tödliche Fallen, Abgründe und nicht zuletzt die Gegner selbst, die Indy an die angestaubte Wäsche wollen. Die größte Gefahr besteht aber für euch: Indiana Jones und der Stab der Könige ist trotz der langen Konzeptions- und Entwicklungszeit ein waschechtes Desaster geworden. Längeres Spielen verursacht nicht nur Kopfschmerzen und Heulkrämpfe, sondern vor allem eine chronische Unlust auf Lizenzspiele.
Steuerung
Wo soll ich beginnen? Indiana Jones und der Stab der Könige ist auf die Möglichkeiten der Wii zugeschnitten. Mit Nunchuk und Wiimote dirigiert ihr den Helden durch die Levels, bei Bedarf schwingt ihr die Fernbedienung, etwa um Feinde zu vermöbeln oder euch mit der Peitsche über Abgründe zu hieven. Größtes Problem ist die Bewegungserkennung: Indy reagiert mehr oder weniger überhaupt nicht auf eure Zuckeleinlagen, gerade bei den Faustkämpfen werdet ihr etliche Leben lassen, nur weil der Archäologe nicht anschlägt. Zweites Problem ist die Programmierung: Viele elementare Symbole (die euch anzeigen, wo und wie ihr die Peitsche einsetzen könnt) werden häufig gar nicht eingeblendet. Und selbst dann verlangt das Spiel, dass ihr auf genau dem Punkt steht, den sich die Programmierer ausgesucht haben. Frust vorprogrammiert!
Ein weiterer Knackpunkt sind die Ballerszenen: Hier sucht Indy automatisch Deckung, aus der ihr per Fadenkreuz eure Feinde aufs Korn nehmt. Hier wird es besonders grotesk: Anstelle die Gegner selbst ins Jenseits zu feuern, verlangt das Spiel, immer einen bestimmten Gegenstand ins Visier zu nehmen. So sollt ihr unter anderem mehrere explosive Fässer hochgehen lassen oder mit euren Kugeln Seile kappen, damit Steine auf die Gegner prasseln. Haltet ihr euch nicht an die Vorgabe, geht es nicht weiter. So müsst ihr selbst dann den Bildschirm weiter absuchen, wenn die Feinde schon längst unter der Erde sind.
Technik
Nur was die Musik betrifft ist Indiana Jones und der Stab der Könige einwandfrei. Mit der tollen Indy Musik lässt es sich jedenfals Leben. Die Grafik Gewinnt jedenfalls keinen Oskar, viele verschwommene texturen und die Gesichts-Animationen sind gerade so erträglich.
Immer die gleiche Leier
Die Filme leben vom treffsicheren Humor, der rasanten Inszenierung und nicht zuletzt dem charismatischen Schauspiel Harrison Fords. Bei der Umsetzung könnt ihr auch das getrost vergessen: Die Zwischensequenzen ersetzen jedes Baldrian, die Animationen hätte auch ein cleverer Hamster innerhalb weniger Tage programmieren können. Und weil wir schon dabei sind: Filmsequenzen, die sich nicht abbrechen lassen, sind im Jahr 2009 einfach nicht mehr zu ertragen. Vor allem, weil ihr durch die häufigen Bildschirmtode einige Szenen immer und immer wieder über euch ergehen lassen müsst. Die Areale wirken alle sterbenslangweilig, kleine Animationen oder witzige Details sucht ihr vergebens.
Einziges Trostpflaster: Der Grafik-Adventure-Klassiker Indiana Jones and the Fate of Atlantis lässt sich durch das Finden von Bonussymbolen frei schalten.
Fazit
Trauriger Tiefpunkt in Indys Karriere: Behaltet den Kult-Archäologen lieber in guter Erinnerung. Dieses Spiel lohnt sich nicht mal als Schnäppchen-Kauf.




